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Beim Haldenmohikaner im Saarland

04. Juni 2022

Man hat die Wahl zwischen voller Packung, 100 km, 50 km oder 30 km … oder natürlich einfach so viele Runden, wie man schafft.
Eine Runde: 6,25 Kilometer mit 215 Hm, das sind
1.720 Höhenmeter auf 50 Kilometer, 3.440 Hm auf 100 km und 5.160 Hm auf 150km.

Bericht vom Haldenmohikaner

Noch ausgeruht vor dem Start …

Das steilste Stück zur höchsten Stelle der Runde …

Holger unterwegs im Schlamm

Trail de la Soup in Belgium

Sein Bericht:

Am 5.12.21 ging es morgens um 8:00 Uhr auf die Strecke in den Ardennen. Zuvor Startnummer abholen im abgegrenzten Bereich mit 2-G-Regel war kein Problem.

Das größere Problem kam auf mich und Peijin aber gleich zu:
45 km mit 1700 Höhenmetern und das alles auf matschigen Trails/Singletrails. Wir hatten Glück, denn das Wetter spielte mit, es kam wenigstens nichts mehr von oben herab.

Pünktlich um 8:00 Uhr, bei gefühlten eisigen Minusgeraden ging es erst mal flach für ca. 1-2 km los … dann aber sofort auf Singletrails bergauf. Die null Grad spürte man schon nicht mehr, es wurde warm.

Jeder lief sein Tempo und Peijin sah ich erst wieder im Ziel.

Das erste Malheur war meine Startnummer, da ging die Sicherheitsnadel auf und die hing Quasi nur noch am seidenen Faden. Aber als erfahrener Ultraläufer hat man immer Ersatz dabei und weiter ging es. Darauf folgten die Schnürsenkel. An einem Schuh löste er sich gefühlt 20mal und war voller Matsch.

Immer kurz vorm Ausrutschen hielt ich mich gerade so auf den Beinen. Bei 16-18k m kam dann eine Verpflegungsstelle. Dort trafen wir auf die Läufer der kürzeren Strecken.

Wir kamen widerholt am Fluss Ourthe vorbei oder liefen teilweise im Fluss. Mehrfach überquerten wir ihn auch. Nach ca. 25 km holte es mich dann von den Beinen mitten hinein in den Matsch. Meine ganze rechte Seite war durchweicht. Trotzdem ging es weiter.

Auch Seilpassagen, wo man sich hochziehen konnte, waren mit dabei. Dann kamen mehrfach kleine Bäche, die man durchqueren musste.

Man konnte sich nicht beschweren – die Strecke war abwechslungsreich 😉

Bei 33 km gab es die zweite Versorgung, die nutzte ich für einen Schluck Cola. Dann kamen die letzten Anstiege, bevor es oben nochmal auf freien Feldwegen richtig matschig wurde.

Es kamen die letzten 3 km und die gingen bergab und am Ende kam sogar wieder Asphalt bis ins Ziel.

Mit 5:10 Std. und Platz 40. Und dem AK 1. War ich sehr zufrieden.

Peijin hatte sich auch durch den Matsch gekämpft und lag ebenfalls auf der Nase (Foto).

Sie kam als 5. Frau ins Ziel mit 5:47 Std. und AK 1.

Wir sind in die Suppe reingefallen und haben dann über die Suppenschüssel geschaut. Belgien ist eine Reise wert, insbesondere die Trails sind einzigartig. Hier in unseren Mittelgebirgen findet man sowas nicht. Einfach hinfahren und ausprobieren.

Glückwünsche zum Durchhalten und zur tollen Platzierung 🙂
Herzlichen Glückwunsch 🙂

44 h, 206 km, 10.000 hm

Bericht von Holger, was auf so einer Strecke alles passiert:

L`Infernale

Ein Lauf durch die Vogesen mit 205 km und 10.000 Höhenmeter im Anstieg und fast alles auf schweren teils alpinen Singletrails. Bei einigen Bergnamen wie Ventron, Ballon d Alsace, Grand Ballon bekommt man schon harte Oberschenkel wenn man sie nur hört.

In der Nacht um 0:00 Uhr wird pompös gestartet mit einem riesigen Feuerwerk und einer gigantischen Show. Man muss schon aufpassen, damit man nicht beim Start zu schnell angeht. Es ging gemütlich los … erst mal alle laufen lassen, ein Ultra ist noch lang.

Bald schon kamen die Stöcke zum Einsatz – wie immer in den Vogesen 30% vertikal nach oben und übles Gelände.

Nach 20 40 km kamen die ersten Versorgungen. Bei 40 km gleich einen Kaffee getrunken. Es war die ganze Nacht sehr warm gewesen zwischendurch tröpfelte es ein wenig. Mein Shirt war klitschnass von der hohen Luftfeuchtigkeit. Nach dem Kaffee kam das Tageslicht zurück und man konnte die Stirnlampe einpacken.

Bei 56 km war mein Drop Bag und da konnte ich die Schuhe und Klamotten wechseln. Aber zuvor ging es eine Ski-Wiese hinab, wo alle hinunterrutschten und hinfielen. Ich bin gleich 3x hingeflogen. Unten wartete Meine süße Peijin auf mich und nahm mich in Empfang.

Jetzt hieß es den Tank auffüllen Alkoholfreies Bier, Red Bull, Kaffee, Pasta, Suppe. Schuhe, und Socken wechseln ein neues Laufshirt und Armlinge. Dann noch Uhr und Smartphone kurz laden. Denn Laufrucksack klarmachen und wieder raus auf den Höllenpfad der Vogesen.

Da waren schon 10 Stunden vergangen, aber wie gesagt, es ist ein Ultra und man muss gerade bei diesem sich etwas Zeit nehmen. Ich lief mit meinem Freund Martin Stortz von der LG Geroldseck weiter. Nicht lange und wir kamen am Fuße des Ballon d Alsace an. Ab da ging das Rennen erst los.

Stöcke raus und Tempo beibehalten – so ging es hoch und wir überholten etliche Läufer, die uns zuvor überholt hatten. Am kahlen Ballon oben wehte ein kühles Windchen. 78 km und knapp 4000 Hm waren geschafft. Mein Freund Martin kam kurz hinter mir an und hatte Magen Probleme. Peijin gab ihm Haferflocken und die Verpflegung heißes Wasser. Ich versorgte mich mit Suppe, Kaffee und mit weißem Joghurt.

Danach kam ein übler Streckenabschnitt bis nach Rimbach. Zwar ging es runter aber alles mit Geröll und Stufenartig mit Serpentinen und zwischendurch im Downhill vertikal. Unten angekommen – wie sollte es anders sein – ging es schon wieder hoch. Wir kamen noch an zwei Seen vorbei und an einer herrlichen Landschaft. Auch felsig wurde es wieder, bevor wir Rimbach erreichten. Mein Freund Martin musste dort leider wegen Achilles-Problemen aussteigen. Peijin nahm ihn im Auto mit zur nächsten Versorgung nach St. Amarin.

Nun musste ich mich beeilen, um noch im Hellen in St. Amarin anzukommen. Das funktionierte hervorragend, 19:00 Uhr kam ich an. Die Hälfte war geschafft mit 103 km und knapp 5000 Hm.

Im Downhill vom Belacker nach St. Amarin legte ich einen Zahn zu und überholte jede Menge Teilnehmer auch die beiden führenden Frauen. In der Verpflegung schlürfte ich eine Suppe mit gekochtem Schinken und Apfel Kompott, gemischt mit Bananen. Meine Schuhe zog ich mal aus, um mir die Füße zu vertreten. Peijin füllte meine Trinkflaschen auf und versorgte mich mit Kartoffeln, die ich unterwegs immer zu mir nahm. Martin wünschte mir noch viel Glück, er saß noch im Auto. Peijin verabschiedete ich noch und dann auf in die Nacht. Hinauf zum Grand Ballon.

Oben angekommen war es übel kalt, Wind, Regen, Nebel. In der Versorgung die Regenjacke angezogen und dann über normalerweise sehr schöne Trails mit herrlicher Aussicht, an der Route des Cretes entlang. Aber es war Nacht und durch den Nebel blendete die eigene Stirnlampe.

Erst am Le Markstein überquerte man die Straße und man konnte wieder mehr erkennen. Jetzt kam schon gleich die nächste Verpflegung die Treh. Eine Berghütte wo Peijin sich durchkämpfte mit dem Auto und wo wir in einem Schweinestall saßen und ich meine Suppe, Kaffee und einen Joghurt schlürfte. Großartige Menschen, die die Verpflegung am Leben hielten, es war kurz vor Mitternacht. Die Schweine übrigens lagen aneinander und schliefen.

Wahnsinnig langer Downhill hinunter, bevor es, man glaubt es kaum, auch mal 3-4 km flach wurde. Aber dann kam ein zweites Mal der Ventron und der ließ keine Wünsche offen. Man dachte man läuft im Kreis immer wieder Geröll, wo man nicht vorwärtskam und immer so ähnliche Passagen, die einem wahnsinnig machten. Immer wieder glaubte ich es wäre geschafft und ich käme oben an. Doch dann sah ich das Ski Resort bzw. die Beleuchtung und meine Peijin hatte es auch geschafft. Jetzt war es kurz nach 04:30 Uhr bei 136 km und 6.600 Hm.

Der Drop Bag stand bereit und ich zog mich komplett um. Peijin machte meinen Laufrucksack klar. Ich legte mich 10 min hin. In der Zeit lud mein Handy und meine Uhr, Radler, Red Bull, Kaffee trank ich noch. Pasta gab es noch, bevor es wieder losging. An dieser Station sind einige ausgestiegen. Auch schwere Fälle mit Zusammenbrüchen und Verletzungen wurden behandelt.

Langsam wurde es hell. Das nächste Ziel waren die 150 km mit 7.100 Hm am Col des Hayes die ich zum zweiten Mal anlief, aber diesmal Retour. Dort versorgte mich nur Peijin mit Red Bull und Gels. Fast geschafft sagte sie nur noch ein üblicher Trainingslauf von 50 km. Jetzt hast du es geschafft. Dann kam nur ein kurzer Abschnitt mit 9 m zur nächsten VP.

Dort kam mir Peijin schon entgegengelaufen und verkündete mir, dass dort Anwohner eine Schüssel mit Suppe und richtig vielen Nudeln für Holger bereitgestellt hatten. War absolutes Highlight sehr nette Geste. Beim Verlassen der VP kam der erste von den 122 km rein, die 24 Stunden später gestartet sind. Wahnsinnig schnell überholte er mich am folgenden Bergauf Stück mit Seilen in der Felswand. Er hatte sogar noch ein paar Sprüche auf Lager.

Jetzt kam der Regen. Sehr starke Schauer da half nur die Regenjacke aber die Singletrails standen unter Wasser und die Füße waren klitsch nass. Dazu kamen noch Halluzinationen vom feinsten: Auto, Wohnmobile, Häuser standen mitten am Berg zwischen den Bäumen und Menschen um mich herum. Bei Schlafentzug passiert sowas man muss es halt bloß wissen.

Bei Julian Rupt 174 km und 8.150 Hm schien schon wieder die Sonne und die Klamotten waren trocken. Dort nur kurzer Aufenthalt und weiter. Die letzten 31 km. Jetzt kam ein Abschnitt mit 16 km und immer wieder 30% Prozent Steigungen zwar nicht mehr so lange wie die letzten 37 Stunden aber am Ende tun 30% richtig weh. Gels, Gels hielten mich über Wasser an den Kletterstellen der zwei Wasserfälle, die sehr übel und gefährlich waren, so empfand ich es.

Die letzte Versorgung bei 189 km und 8.900 Hm war eine Erlösung. Ich war kreidebleich und musste Gels, ein Alkoholfreies Bier, Suppe zu mir nehmen. Die Socken nochmal wechseln kurz sitzen und am Schluss noch Cola zu mir nehmen damit ich die letzten 17 km schaffe.

Sehr steil wurde es noch auch im Downhill vertikal. Und immer kam mir alles bekannt vor, als ob ich dort schon gelaufen bin. War aber nicht so, hatte ich das geträumt???

Ich konnte am Ende sogar noch einen Platz in der Gesamtwertung gut machen.

Dann kamen die letzten 2 km, wo man schon die Musik im Stadion hörte, absolut tolles Gefühl. Peijin fing mich am Eingang vom Stadion ab und begleitete mich die letzten Meter zur Ziellinie. Dann war es geschafft nach 206,4 km und 10.000 Hm mit einer Zeit von 43:57 Std. Mit dem 19. Gesamtrang und dem 2.Platz in der Altersklasse. Ja zweiter Deutscher war ich noch.

Am Ende kamen 86. Läufer von 170. Gemeldeten ins Ziel. Es ist ein Lauf, der alles abverlangt.

Wieso mach ich so etwas, werde ich oft gefragt, vielleicht weil ich an meine Grenzen kommen möchte?? Der Höllenpfad der Vogesen hatte mich fast dort hingetrieben, fast.

Danke an meine Peijin die mich sehr stark versorgte und mich Antrieb und alle mit Fotos versorgte.

Auch an alle die Live mitfieberten.

Danke Schön. Es geht weiter mit 240 km im nächsten Jahr.

Veranstaltung E2h10k ???

Holger hat sich natürlich wieder was Besonderes ausgesucht – einen Lauf, der E2h10k heißt. Da muss man erst mal nachfragen … Dieser Ultra über 100 km mit Start in Calw-Altburg war gestaffelt. Aller 2 Stunden waren 10 km mit 320 hm/Runde zu laufen.

Der erste Start war 5:00 Uhr – wann muss man denn da aufstehen??

So richtig munter sind die Läufer aber hier noch nicht 😉

Holger meldete sich im Lauftreff-Chat nach jeder Runde, so dass wir mitfiebern konnten. Leider hat er kein Foto von seinem Auto geschickt. 😉 Nach jeder Runde hat er sich umgezogen, um nicht abzukühlen. So stapelten sich Runde für Runde durchschwitzte Laufklamotten im Auto.

müde, kalt …
… und den Weg muss man sich dann mal im Dunkeln vorstellen …

Runde für Runde, nach jeder Pause wieder motivieren … ganz so leicht war das nicht. Am Schlimmsten war dann die letzte Runde, Start 23:00 Uhr. Holger hatte vergessen, die Stirnlampe zu laden und wartete auf die folgenden Läufer, um den Weg zu sehen … Und dann rebellierte noch der Magen …
Aber er hat durchgehalten!!

Von 20 Startern schafften es 9 bis zum bitteren Ende.

Gespannt wartete Holger danach auf die Siegerehrung und hoffte auf den 4. Platz.
Aber Überraschung: 3. Platz in der Gesamtwertung mit 11 h 32 min.
Herzlichen Glückwunsch zu so einer Leistung.

AdventureWalk Pfälzerwald 50 km

Rebecca nutzte ihren freien Samstag am 19. September für einen „kleinen“ Spaziergang durch den Pfälzerwald.

Um 8 Uhr startete sie in Elmstein in der Pfalz zu einer Wanderung nach Speyer.

Ihr Bericht: Es war mega, wir sind auf dem Pfälzischen Jakobsweg gelaufen. Bis Kilometer 39 war überhaupt kein Problem. Danach war es nur noch durchhalten … bei Kilometer 41 musste eine Laufkollegin abbrechen. Der erste Zweifler kam auch dort – der Wald durfte sich kurz paar Zweifel anhören. Wir waren insgesamt zu viert und zwei Hunde. Ich hatte zwischendrin gemeint, ich mache das nie mehr … was soll ich sagen … ich will nächstes Jahr wieder.
Mir ging es die Tage danach auch gut, hatte nur zwei mega große Blasen an den Füßen.

Das Ergebnis:

Fast 12 Stunden Wandern – Respekt, gut gemacht 🙂

Etappenlauf am Burgensteig

Am Samstag, den 29. August 2020, starteten zwei Frühaufsteher bereits 05:30 Uhr an der Alten Brücke in Heidelberg, um auf dem Burgensteig zu laufen. Laura wagte sich auf die erste Etappe, Holger hängte noch „ein paar“ Kilometer dran.

Laura schaffte die erste Etappe mit fast 25 km und 1.130 hm noch rechtzeitig vor dem Frühstück 😉
Von Holger war lange nichts zu hören …

Laaaange Pause und weiterhin keine Nachricht von Holger … aber kein Wunder, er wollte alles … und lief 113 km mit 4.200 hm. Kaum vorstellbar.
„Ab 75 km hatte ich Magenprobleme und konnte ab 85 km nichts mehr essen und etwas später auch fast nichts mehr trinken.“
Trotzdem hielt Holger durch und war 16:08 h auf dem schönen, aber teilweise schwierigen Trail unterwegs.

Glückwunsch an Laura und Holger.

Dritte Challenge-Woche mit km-Rekord

Auch das Ergebnis der dritten Woche kann sich sehen lassen:

Gruppe 1: 347,2 km
Gruppe 2: 385,92 km
Gruppe 3: 374,94 km
Gemeinsam haben wir: 1108 km

Wieder haben alle fleißig Kilometer gesammelt. Am 09. Mai, den Dämmermarathon-Tag, haben wir uns nicht abhalten lassen, unsere eigenen Dämmermarathon-Strecken zu laufen: Kurzstrecken bis Halbmarathon, Bike & Run, Marathon und ein kleiner Ultra mit reichlich Höhenmetern von Holger – von allem war etwas dabei 🙂

In der dritten Woche ging es nun weiter entlang an der tschechischen und polnischen Grenze, an der Ostsee und Nordsee entlang und nun haben wir 308 von 576 km der holländischen Grenzlinie schon hinter uns.
Damit haben wir bereits 3.269 km von 3.714 km an der deutschen Grenze entlang abgelaufen 🙂

Obwohl jeder für sich laufen musste, war das Ziel, trotzdem gemeinsam Kilometer zu sammeln. Dank Hans, der am Sonntag seine Gruppe noch einmal auf die Piste schickte, um den Wochensieg zu ergattern, schaffte Gruppe 2 damit den bisherigen Wochenkilometer-Rekord!
So viel Kampfgeist wurde natürlich mit dem Wochensieg belohnt. Beste Glückwünsche an Gruppe 2 🙂

Aber denkt auch daran, Regeneration ist wichtig nach anstrengenden Läufen.

La Corsa Della Bora S1 2020

Der Weihnachtsspeck-Verbrennungslauf in einer sehr schönen Gegend ungefähr 15 km von Triest entfernt. Der S1 ist ein 100-Meilen-Rennen mit 7.100 Höhenmetern und startete am 3. Januar 2020 in Sistiana. Es gibt zwei Startmöglichkeiten um 5:00 oder 7:00 Uhr. Für mich war 5:00 Uhr ideal.

Also ging es um 5:00 Uhr mit der Stirnlampe los raus aus dem Sportgelände und hinunter Richtung Meer. Dort auf den Klippen immer weiter am Meer entlang und noch alles flach aber bereits auf tollen Trails. Die Strecke ist unheimlich gut ausgeschildert und an den Flatterbändern sind immer Reflektoren angebracht. Man sieht immer weit voraus wo die Strecke hinführt.

Dann geht es langsam hoch in Richtung Slowenien und in die Wildnis, leider hatte mein Tracker ein Problem. Er sendete falsche Positionen bzw. gar keine. Das Race Office nahm noch in der Dunkelheit Kontakt zu mir auf, da musste ich wieder Läufer vorbeiziehen lassen.

An der VP bei 20 km meldete ich das Problem mit dem Tracker, er wurde überprüft und ging nicht. Anscheinend ging er ab und zu wieder. An jeder VP fragte ich nach und bei 85 km wurde er ausgetauscht. Von da ab ging gar nichts mehr – was ich aber erst im Ziel erfuhr.
Quasi vom Start bis 40 km ist man in der Wildnis auf Hammer harten Singletrails. Man muss ständig aufpassen. Die Trails sind noch mit hohem Gras verdeckt und darunter der Kaast, auf dem man ständig rutscht.

Es wurde ein schöner sonniger Tag, fast zu warm. Unterwegs zog ich meine Jacke aus und verpackte sie im Rucksack. Der Tag verging und endlich bei 64 km gab es dann mal etwas richtiges zu essen – Pasta und Suppe mit Reis. Dort kam dann mein Freund Martin Stortz von der LG Geroldseck auf mich aufgelaufen. Er startete um 7:00 Uhr.

Zusammen gingen wir den nächsten Berg an und genossen die letzten Strahlen der untergehenden Sonne.

Die Zeit nahmen wir uns für ein paar Erinnerungsfotos.

Danach ging es bergab und wir trennten uns wieder. Bevor es richtig dunkel wurde holte ich meine Stirnlampe aus dem Rucksack und eine lange Nacht stand bevor.

Die nächste VP war Gojaki bei 85 km, dort standen unsere Drop Bags. Zuerst kam die Uhr und das Handy an den Powerbank, danach Schuhe aus, Pasta und Suppe bestellt. Den Drop Bag geöffnet und frische Klamotten, Schuhe und meine Getränke raus. Zuerst ein alkoholfreies Radler getrunken, danach eine Sprite, dann gegessen am Ende noch ein Red Bull. Danach Klamotten-Wechsel und neue Schuhe an. Die Uhr, Handy und den Powerbank wieder verstauen, die Trinkflaschen am Rucksack auffüllen und wieder ab in die Nacht.

Jetzt kam bis 103 km ein richtig schwerer Abschnitt mit über 1.100 Hm und die höchsten Punkte von der Strecke und immer vertikal hoch. Es ging in Richtung Kroatien und prompt lief man am Stachelraht bergauf und ab dort entlang. Es ging dann über eine Pferdekoppel, da musste ich mich dann durch manövrieren und sah immer die Augen im Licht blinken. Der Bora Wind ging nun auch noch los.

Ich lief dann auf eine 5-köpfige Gruppe auf und hielt mich dort hinten auf, da es sowieso bergauf ging. Beim Downhill erkannte ich dann meinen Freund Martin wieder und wir liefen beide zusammen weiter. Wir beschlossen, bis ins Ziel weiter zusammen zu laufen.

Die nächste VP war in einer Garage und davor ein Pavillion. Wie gesagt der Wind wurde immer stärker und prompt flog der Pavillion davon. Es zog richtig an der VP und da war schon kurz vor Mitternacht also schnell weiter.

Jetzt war ein etwas flacherer Abschnitt der uns in Richtung Triest brachte. Dann sahen wir die Lichter vom Hafen Izola/Koper/Slowenien.

Ein Singletrail führte uns bergab nach Dolina/Italien zu der nächsten VP ca. 2:00 Uhr. Für mich gab es Äpfel, Salami, Bouillon und Zitronentee. Die VP war ein beheiztes Armeezelt da fielen mir kurz im sitzen mal die Augen zu. Also wieder schnell raus auf die nächsten Verticali Anstiege. wieder ein ganz schwerer Abschnitt mit sehr viel Kaast und ein Steig der ausgesetzt mit Seilen befestigt war. Dann bergab und in ein Tal hinein und am Ende – wie soll es auch anderst sein – Verticali.

Jetzt fiel es aber leichter denn es wurde wieder Tag und die nächste VP bei 132 km stand an.

Hier gab es Würstel und Zitronentee, leider keinen Kaffee.

Die Strecke blieb weiterhin schwer und da machte auch der Ausblick nach Triest nichts leichter.

Hier ein Blick nach links, wo es die Nacht rauf und runter im Kaast ging.

Blick auf Triest

Aber es ging nach Hause und etwas über 30 km blieben uns noch. Langsam wurde es immer wärmer und ich zog die Jacke au,s später noch das lange Laufshirt und zog ein kurzes darüber.

So ging es weiter am Meer entlang und ganz lange Anstiege kamen keine mehr.

Auf den letzten 15 km liefen dann immer mehr Läufer von den anderen Strecken (16 km, 21 km, 57 km) auf uns auf. Was ein Problem war auf den Singletrails und der Schwere der Strecke. Die wollen vorbei, aber meine Zeit läuft auch.

Egal das Ziel naht.

In Sistiana angekommen ging es noch einmal runter bis ans Meer und die letzten 3 km wieder bergauf.

… bis ins Ziel … 168 km … 7.100 Höhenmeter … 34:30:00 Stunden …

33. Gesamt … 4. AK

Es war ein Harter Ritt. Gerade die zweite hälfte vom Rennen war richtig schwer. Leider war die Verpflegung etwas dürftig. Man hätte mehr Pasta an den Versorgungen und Kaffee gebraucht.

Die Strecke war sehr gut ausgeschildert, ein ganz großes Lob an die Veranstalter. Auch die Ordner unterwegs an den VPs waren immer ansprechbar und sehr hilfsbereit, Top.

Wer im Winter einen 100 Meilen Lauf sucht, der sollte den La Corsa Della Bora ins Auge nehmen. Aber ACHTUNG, dass er dich nicht abwirft.

GESCHAFFT!! 🙂

Anspruchsvolles Laufwochenende

Trotz Wind und Wetter waren wieder tapfere Läufer unterwegs. Holger machte den Schwarzwald unsicher, Hartmut und Rüdiger starteten beim Gelita.

Am Samstag fand der Black Forest Trailrun über 57 km statt. Oberdrauf kamen noch 2.400 Höhenmeter. Holger war bei Regen, Wind und Kälte 7:14:25 h unterwegs.

Am Sonntag starteten Hartmut und Rüdiger beim GELITA-Trail. Hier der Bericht von Rüdiger:
Heidelberg bot am 06.10.2019 mit dem GELITA Trail Marathon, die Kulisse für einen der der härtesten und zugleich schönsten Läufe in Deutschland. Bei kühlen Temperaturen und regennasser Strecke stellten sich 2 Läufer vom SV 98/07 Seckenheim – LaufSeggeneLauf – der großen Herausforderung.
Bei Dauerregen und unglaublich glatten Strecken absolvierte Hartmut Scheurich den Half Trail über 30 km und 1.000 Höhenmetern in einer Zeit von Std. 4:48:46 und Rüdiger Lapsit den Gelita Trail Marathon über 42 km und 1.500 Höhenmeter in Std. 6:50:20.
Die Strecke war geprägt durch die malerische Romantik der Heidelberger Altstadt, den touristischen Highlights entlang der Strecke, aber auch den extremen Herausforderungen über unebene und den aufgeweichten Trails sowie den zu überwindenden Höhenmetern. Die Strecke verlief nach der Überquerung der Alten Brücke, über die Hirschgasse, entlang dem Philosophen Weg, zur Thingstätte in Richtung Weißer Stein zum höchsten Punkt auf der nördlichen Seite Heidelbergs. Vom Langen Kirschbaum folgte dann der lange Abstieg zum Neckar und die Überquerung der Schlierbacher Neckarbrücke.
Weiter ging es über den Auweg und den Steinhüttenweg in Richtung Heidelberger Schloss. Für die Teilnehmer u. a. des Marathons erwartete nach 35 km noch die ultimative Herausforderung über die
Natursteinstufen der Himmelsleiter. Die Himmelsleiter ist eine aus 850 Stufen bestehende Natursandstein-Treppe, hinauf zum Königstuhl. Danach ging es zum Ziel auf dem Karlsplatz in der
Heidelberger Altstadt.
Zusammenfassend kann man sagen, toller Lauf, mit anspruchsvollen Trails und eigentlich schönen Kulissen … für das nächste Jahr wünschen wir uns nur etwas weniger Wasser von oben 😉

Ein Dankschön möchten wir den vielen Volunteers aussprechen – eine so große Veranstaltung, wie der GELITA Trail Marathon Heidelberg, ist ohne die Mithilfe von zahlreichen Freiwilligen gar nicht durchzuführen. Besonders bedanken möchten wir uns natürlich bei den Freiwilligen des SV 98/07 Seckenheim an der Verpflegungsstelle auf dem Weißen Stein. Es ist etwas Besonderes, wenn man von seinen Laufgefährten unterstützt und motiviert wird. Vielen Dank.